Unter der Angiologie versteht man die Lehre von der Gefäßmedizin. Seit 1992 stellt sie das jüngste Teilgebiet der Inneren Medizin dar.


Die Angiologie beschäftigt sich mit der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Arterien(Schlagadern), der Venen sowie der Lymphgefäße.


Arterien:

Zu den wichtigsten arteriellen Stromgebieten gehören die Halsschlagadern (Carotis). Kommt es hier zu Einengungen (Stenosen) so droht in der Folge ein Schlaganfall. Hauptrisikofaktoren für Einengungen der Halsschlagadern sind folgende Gefäßrisikofaktoren: Bluthochdruck (Hypertonie), erhöhte Blutfette (Cholesterin), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Rauchen. Liegen mehrere dieser Faktoren vor, so addiert sich das Risiko für einen Schlaganfall nicht nur, sondern es multipliziert sich.

Im Gegensatz zu anderen arteriellen Stromgebieten verursacht eine zunehmende Einengung der Halsschlagadern in den meisten Fällen keine Beschwerden. Häufig führt somit erst ein auftretender Schlaganfall zur Untersuchung der Halsschlagadern. Oftmals ist dann aber nur noch eine Schadensbegrenzung möglich. Daher ist aus angiologischer Sicht eine Untersuchung der Halsschlagadern mittels Farbduplexsonographie (Gefäßultraschall) immer dann zu empfehlen, wenn einer oder mehrere der oben genannten Gefäßrisikofaktoren vorliegen. Wird dabei eine Veränderung der Halsschlagader festgestellt, so müssen eventuell vorliegende Gefäßrisikofaktoren behandelt werden, um ein weiteres Vorschreiten der Ablagerungen an der Gefäßwand aufzuhalten. Liegt bereits eine Einengung der Halsschlagader von mehr als 60-70% vor, so sollte sie beseitigt werden, da ansonsten ein hohes Schlaganfallrisiko droht. Dafür stehen heutzutage moderne gefäßchirurgische oder interventionelle Verfahren (Ballondilatation) zur Vefügung.

Neben der Halsschladader sind häufig die Arterien der Beine von Durchblutungsstörungen betroffen. Liegt hier eine Durchblutungsstörung vor, so wird dies als periphere arterielle Verschlusskrankheit bezeichnet (pAVK). Bemerkbar macht sich dies in der Regel durch auftretende Beinschmerzen.

Wird die Bauchschlagader von arteriellen Gefäßprozessen betroffen, so kann dies zu einer Erweiterung ,dem sogenannten Bauchaortenaneurysma, führen. Auch hier ist eine zuverlässige Diagnostik mittels Gefäßultraschall möglich. Übersteigt der Durchmesser des Bauchaortenanenurysmas einen oberen Grenzwert von über 5 bis 5,5 cm oder bereitet es Beschwerden so sollte das Bauchaortenaneurysma gefäßchirurgisch oder interventionell behandelt werden.



Venen:

Venenleiden sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Häufig treten sie mit zunehmendem Alter stärker in Erscheinung. In den meisten Fällen liegt eine primäre Varicosis (Krampfaderleiden )vor, das heißt die Krampfadern treten als eigenständige, ohne eine anderweitig zu Grunde liegende Erkrankung auf.

Liegt eine sekundäre Varicosis vor, so sind die Krampfadern Folge zum Beispiel einer abgelaufenen Thrombose.

Beide Formen des Krampfaderleiden können zu einer venösen Rückflussstörung, der chronisch venösen Insuffizienz führen. Besteht eine solche chronisch venöse Insuffizienz (CVI) über einen längeren Zeitraum so kann sie zu einem venösen Beingeschwür (Ulcus cruris) führen.

Auch zur Diagnostik der Venenleiden stehen umfangreiche angiologische Untersuchungs-verfahren zur Verfügung